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Kaputte Fenster: Wann Reparieren? Wann Austauschen?
von Clemens Scherrers
Ist ein Fenster kaputt, besteht Handlungsbedarf. Schließlich sind intakte Fenster Voraussetzung für Komfort, Energieeffizienz, Sicherheit und den Einbruchschutz. Doch kaputt ist nicht gleich kaputt: Mal ist eine Reparatur die bessere Lösung, mal muss das Fenster komplett ausgetauscht werden. Welches die bessere Lösung ist, kommt immer auf den Einzelfall an. Dieser Artikel gibt Ihnen eine grobe Orientierung, wann eine Fensterreparatur und wann ein Fensteraustausch die wahrscheinlich bessere Lösung ist. Kleinere Fensterreparaturen können Sie unter Umständen selbst erledigen. Für alles andere von der Beratung über die Einschätzung von Aufwänden bis hin zur fachgerechten Umsetzung finden Sie in Augsburg qualifizierte und erfahrene Handwerksbetriebe.
Reparieren: Beschläge, Fensterbänder, Griffe, Teile der Mechanik und Dichtungen
Was sich bewegt, verschleißt. Das gilt auch für die Mechanik eines Fensters. Beschläge, Bänder, Griffe und die Teile der Mechanik sind meist nur angeschraubt. Sie alle lassen sich bei Defekt oder Verschleiß im Regelfall schnell und einfach ersetzen. Durch den hohen Grad der Standardisierung sind Ersatzteile in vielen Fachbetrieben immer auf Lager. Falls ein Typenschild oder Angaben zu Hersteller, Baujahr oder Modell auf dem Fenster zu finden sind, reichen diese Angaben Handwerksbetrieben meist aus, um das passende Ersatzteil gleich mitzubringen.
Fensterdichtungen verlieren über die Jahre ihre Elastizität und dichten irgendwann einfach nicht mehr richtig ab. Der Austausch ist einfach: Dazu wird einfach die alte Dichtung aus dem Falz gezogen und eine neue hineingedrückt, abgeschnitten und an den Ecken miteinander verklebt. Fertig.
Reparieren: Kleinere Lackschäden bei Holzfenstern
Die intakte Beschichtung ist essentiell, um das darunterliegende Holz vor Feuchtigkeit zu schützen. Kleinere Schäden sollten unbedingt sofort behoben werden, sonst zerstört die eindringende Feuchtigkeit in kurzer Zeit das Fenster. Zur Reparatur reichen meist etwas Schleifpapier, eine kleine Dose Fensterfarbe und ein Pinsel.
Reparieren: Schimmelndes Silikon
Wird Fenstersilikon oft feucht, zum Beispiel durch kondensierendes Wasser an den Scheiben, fängt es zu schimmeln an. Das lässt sich auch durch häufiges Abwischen kaum verhindern. Aber auch ohne Dauerfeuchte bekommt Silikon irgendwann schwarze Flecken.
Die gute Nachricht: Silikonfugen lassen sich schnell und einfach erneuern.
Die schlechte: Sind die Scheiben oder der Fensterrahmen immer nass, weist das auf schlechte Dämmeigenschaften des Fensters hin. In dem Fall sollten die Fenster mittelfristig ausgetauscht werden. Das behebt das Schimmelproblem, senkt die Heizkosten und wird finanziell gefördert.
Schäden an Fensterrahmen und Flügeln: Kommt drauf an…
Fensterrahmen und Flügel können brechen, sich verziehen oder auch Löcher haben.
Bei Kunststofffenstern ist der Austausch aus Gründen der Energieeffizienz und Sicherheit dann zwingend.
Bei Metall-, Holz- und Holz-Alufenstern kommt es sehr stark auf den Einzelfall an: Aluminiumschalen lassen sich austauschen, Holz lässt sich leimen und verzogene Elemente wieder ausrichten.
Ob sich das noch lohnt, lässt sich nicht pauschal beantworten. Ein Fenster aus den Achtzigern oder frühen Neunzigern, wie sie auch in Augsburg noch oft zu finden sind, dürfte sowieso meist das Ende seiner durchschnittlichen Lebensdauer erreicht haben. Da ist der Ersatz durch ein energetisch besseres, neues Fenster oft die sinnvollere Entscheidung als eine Reparatur.
Glasbruch: Kommt drauf an…
Das Bild kennt man: Fenster plus Fußball gleich Scherben. Seit der Einführung der Doppelverglasung brechen Fensterscheiben nicht mehr so häufig. Ursache für gesprungene Scheiben sind heute meist Hagel oder Spannungen durch ungleichmäßige Sonneneinstrahlung.
Geht eine Scheibe zu Bruch, kommt es auf das Alter und die Energieeffizienz an: Bei alten Fenstern lohnt es sich meist nicht. Vor 1995 wurden Fenster noch nicht mit Isolierverglasung mit beschichtetem Wärmedämmglas ausgestattet, sondern mit unbeschichtetem Zweischeiben-Isolierglas. Diese sind dünner als heutige Verglasungen. Moderne Mehrfach-Isolierglasscheiben passen deshalb meist nicht in den Falz. Auch im Hinblick auf die Wärmedämmung und die Restlebensdauer lohnt sich die Reparatur meist nicht.
Anders sieht es bei neuen Fenstern mit Dreifach- oder sogar Vierfach-Isolierverglasung aus: Hier ist der Austausch kaputter Scheiben normalerweise die günstigere Option.
Sonderfall Denkmalschutz
Zahlreiche Gebäude in Augsburg stehen unter Denkmalschutz. Das bedeutet, dass dort Fenster nicht ohne Zustimmung der zuständigen Denkmalschutzbehörde ausgetauscht werden dürfen. Eine handwerkliche, denkmalgerechte Fensterreparatur ist aber immer möglich – und oft mit unerwartet geringem Aufwand möglich. Denn alte Fenster sind widerstandsfähig und reparaturfreundlich gebaut.