Schreiner-Blog — Fenster, Türen & Sanierung
Einbruchschutz: Schwachstellen sichern und das Zuhause unattraktiv für Einbrecher machen
von Clemens Scherrers
Es heißt, wenn die Tage dunkler werden, beginnt die Einbruchssaison. Das stimmt so nicht ganz. Denn Einbruch hat immer Saison. Laut polizeilicher Kriminalstatistik lag 2025 die Aufklärungsquote bei Einbruchsdelikten bei gerade einmal 14,1 Prozent. Für den materiellen Verlust springt meist die Hausratversicherung ein. Aber das ungute Gefühl, in den eigenen vier Wänden nicht mehr sicher zu sein, kann auch die beste Police niemandem abnehmen.
Opfer eines Einbruchs können übrigens jeder und jede werden: Ob etwas zu holen ist oder in welchem Stadtteil Augsburgs man wohnt, spielt nur eine untergeordnete Rolle. Das Risiko ist also immer da. Aber es lässt sich oft mit wenig Aufwand minimieren. Dafür sind keine teuren Alarmanlagen nötig. Effektiver und günstiger ist es, Schwachstellen zu identifizieren und zusätzlich zu sichern. Und man kann auch das eigene Nutzungsverhalten überprüfen und gegebenenfalls anpassen.
Effektiver Einbruchschutz hat zwei Ebenen
1. Einbruchsversuche verhindern
Am besten ist es natürlich, wenn Einbrecher es erst gar nicht probieren. Und gibt viele Möglichkeiten, Einbrechern das „Arbeitsumfeld“ unattraktiv zu machen. Dazu gehören offensichtliche Abschreckungsmaßnahmen wie zum Beispiel Überwachungskameras oder Gitter an den Fenstern.
Anderes ist weniger offensichtlich, aber ebenso effektiv: Wer Bäume oder Büsche vor Fenstern zurückschneidet, nimmt Einbrechern den Sichtschutz. Bewegungsmelder, die das Außenlicht anschalten, schrecken ebenfalls ab.
Und ebenso wichtig ist es, Einbrechern keine Gelegenheit zu bieten: Keine Fenster offen oder gekippt lassen. Und Haustüren sollten immer abgesperrt werden. Nur Zuziehen reicht nicht.
Hier finden Sie 15 einfache Tipps, mit denen Sie das Risiko eines Einbruchs deutlich senken können.
2. Täter beim Einbruchsversuch ausbremsen
Knapp die Hälfte der bekannt gewordenen Einbruchsversuche scheitert laut Polizeilicher Kriminalstatistik 2025. Das sind nur die, die tatsächlich bemerkt werden. Die Dunkelziffer ist viel höher.
Einbrecher versuchen meist, durch Fenster oder Türen einzudringen. Verbesserter Einbruchschutz hier ist also effektiv und oft verhältnismäßig günstig zu haben. Grundsätzlich gilt zwar, dass sich jede Türe und jedes Fenster knacken lassen. Doch umso mehr Aufwand und Wissen dafür notwendig sind und umso länger es dauert, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass ein Einbrecher Erfolg hat. Entweder weil er aufgibt oder weil er gestört wird. Wirksamer Einbruchsschutz bedeutet aber nicht, das Zuhause in eine Festung zu verwandeln.
"Wirksamer Einbruchschutz bedeutet, das Zuhause für Einbrecher unattraktiv zu machen und Schwachstellen bei Fenstern und Türen gezielt zu beseitigen."
Die typischen Schwachstellen – und wie sie sich einfach sichern lassen
Außentüren
Gerade ältere Haustüren oder schlecht einsehbare Nebeneingangstüren sind für Einbrecher kein Hindernis. Sofern möglich, ist der Austausch hier aus zwei Gründen die beste Option: Moderne Außentüren bieten einen deutlich höheren Einbruchsschutz. Außerdem dämmen diese viel besser gegen Kälte und Lärm. Deshalb lassen sich für den Austausch alter Türen auch oft Fördermittel beantragen.
Wohnungseingangstüren
Egal, wie einbruchssicher die Außentüre in Mehrparteienhäusern sein mag, für Einbrecher ist sie oft kein Hindernis: Einfach klingeln, irgendwer macht schon auf. Es könnte ja auch der Paketbote sein. Damit ist der Weg frei zu den Wohnungseingangstüren, die sich mit einer Brechstange und etwas Übung schnell, relativ leise und mit kaum sichtbaren Schäden aufhebeln lassen. Schutz zum einfachen Nachrüsten bieten Riegel hinter der Tür, ein zusätzliches Schloss oder stabilere Türbänder und Schließbleche.
Hochwertige Schließzylinder und Türbeschläge mit Ziehschutz helfen auch. Diese kann man meist selbst montieren. Wenn dafür nicht in die Tür gebohrt werden muss, ist auch keine Erlaubnis des Vermieters notwendig.
Fenster und Terassentüren
Dass gekippte oder offene Fenster eine Einladung für Einbrecher sein können, ist bekannt. Aber auch geschlossene Fenster und Terassentüren bieten sie oft nur wenig Schutz: Kunststoffprofile geben nach und lassen sich so einfach aushebeln. Selbst stabile Rahmen aus Holz oder Aluminium brechen oder die Beschläge reißen ab, wenn man einen Spalt findet, in den man eine Brechstange setzen kann.
Deutlich mehr Widerstand bieten einbruchssichere Terrassentüren und Fenster. Bei nicht oder nur schlecht einsehbaren Stellen kann zusätzlich auch ein fest installiertes Gitter vor Fenstern erforderlich sein.
Wie kann ich mein Zuhause besser gegen Einbrecher schützen?
Viele sehr effektive Schutzmaßnahmen vor Einbrüchen sind kostenlos und lassen sich sofort umsetzen: Eine kleine Auswahl finden Sie hier.
Was bauliche Maßnahmen an Fenstern und Türen angeht: Oft lässt sich mit überschaubarem Aufwand und niedrigen Kosten die Sicherheit deutlich verbessern.
Wenn man diese im Rahmen einer Maßnahme zur energetischen Verbesserung durchführt, wird der bessere Einbruchschutz auf diese Weise sogar durch Förderung finanziell unterstützt.
Wir beraten Sie gerne.